Nachschlagewerk · ISO 9013

ISO 9013 Toleranzen
Thermisches Schneiden.

Schnittqualitäten für Laser-, Plasma- und Autogenschneiden auf einen Blick. Neigungstoleranz u und Rautiefe Rz5 nach ISO 9013 – ergänzt um Nacheilung n und Anschmelzung r aus der Vorgängernorm DIN 2310. Berechnet für jede Werkstückdicke.

Neigungstoleranz u

Rechtwinkligkeits- oder Neigungstoleranz (mm)

1Bereich 1
0.08 mm
2Bereich 2
0.22 mm
3Bereich 3
0.50 mm
4Bereich 4
1.00 mm
5Bereich 5
1.55 mm

Formel: u = Offset + Faktor × a

Gemittelte Rautiefe Rz5

Oberflächenrauheit der Schnittfläche (µm)

1Bereich 1
16 µm
2Bereich 2
48 µm
3Bereich 3
82 µm
4Bereich 4
128 µm

Formel: Rz5 = Offset + Faktor × a

Rillenrückstand n

Nacheilung der Schnittrillen (mm)

1Bereich 1
0.40 mm
2Bereich 2
0.80 mm
3Bereich 3
1.50 mm
4Bereich 4
3.00 mm
5Bereich 5
6.00 mm

Formel: n = Faktor × a · Merkmal aus DIN 2310 (Vorgängernorm, nicht Bestandteil der ISO 9013)

Anschmelzung Oberkante r

Kantenverrundung an der Oberkante (mm)

1Bereich 1
0.07 mm
2Bereich 2
0.22 mm
3Bereich 3
0.50 mm
4Bereich 4
1.55 mm

Formel: r = Offset + Faktor × a · Merkmal aus DIN 2310 (Vorgängernorm, nicht Bestandteil der ISO 9013)

Formeln nach ISO 9013:2017

Neigungstoleranz u:

u = Offset + Faktor × a

a = Werkstückdicke in mm, u in mm

Rautiefe Rz5:

Rz5 = Offset + Faktor × a

a = Werkstückdicke in mm, Rz5 in µm

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Was regelt die ISO 9013?

Die ISO 9013 (in Deutschland als DIN EN ISO 9013 übernommen) ist die internationale Norm für die Einteilung thermischer Schnitte. Sie gilt für die thermischen Schneidverfahren Laserschneiden (0,5–32 mm), Plasmaschneiden (0,5–150 mm) und autogenes Brennschneiden (3–300 mm) – das Wasserstrahlschneiden ist als kaltes Verfahren nicht Bestandteil der Norm. Die Norm definiert Qualitätsmerkmale und ordnet diese in Toleranzbereiche ein – von Bereich 1 (höchste Qualität) bis Bereich 5 (geringste Anforderungen).

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Neigungstoleranz u

Die Rechtwinkligkeits- oder Neigungstoleranz u beschreibt, wie stark die Schnittfläche von der idealen 90°-Ebene abweicht. Bei Laserschnitten sind Werte im Bereich 1–2 üblich, während Plasmaschneide typischerweise Bereich 2–3 erreichen. Die Formel lautet: u = Offset + Faktor × a, wobei a die Werkstückdicke in mm ist.

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Gemittelte Rautiefe Rz5

Die gemittelte Rautiefe Rz5 (gemessen über 5 Einzelmessstrecken) gibt die Oberflächenqualität der Schnittfläche an. Sie wird in Mikrometer (µm) angegeben. Laserschnitte erreichen typischerweise Rz5-Werte im Bereich 1–2, was besonders für nachfolgende Schweißarbeiten und optisch sichtbare Kanten relevant ist.

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Rillenrückstand n

Der Rillenrückstand (auch Nacheilung oder Drag genannt) beschreibt den horizontalen Versatz der Schnittrillen an der Unterkante des Werkstücks gegenüber der Oberkante. Er entsteht durch die Trägheit des Schneidstrahls und nimmt mit der Blechdicke zu. Die Formel: n = Faktor × a. Dieses Merkmal stammt aus der zurückgezogenen Vorgängernorm DIN 2310 und ist kein Bestandteil der ISO 9013 – in der Praxis wird es aber weiterhin häufig zur Qualitätsbewertung herangezogen.

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Anschmelzung der Oberkante r

Die Anschmelzung beschreibt die thermisch bedingte Verrundung an der Oberkante des Schnitts. Bei Laserverfahren ist diese minimal (Bereich 1), bei Autogenschnitten und Plasma kann sie deutlich ausgeprägter sein. Ein geringer r-Wert bedeutet eine scharfe, gut definierte Oberkante. Auch dieses Merkmal stammt aus der DIN 2310 und gehört nicht zur ISO 9013.

Qualitätsbereiche im Überblick

BereichQualitätsstufeTypische Anwendung
1Höchste QualitätSichtbare Kanten, Schweißnahtvorbereitung, Feinmechanik
2Hohe QualitätStandard-Laserschnitte, Schweißbaugruppen
3Mittlere QualitätAllgemeiner Stahlbau, Maschinenbau
4Geringe QualitätGrobbleche, nicht sichtbare Konstruktionsteile
5MindestanforderungAbbrucharbeiten, Verschleißteile ohne Qualitätsanspruch

Die offizielle Schreibweise: ISO 9013-XYZ

Wird ein Zuschnitt nach ISO 9013 angefordert, erfolgt die Angabe als dreistelliger Code, zum Beispiel ISO 9013-342:

1. Ziffer

Bereich u

Rechtwinkligkeits- und Neigungstoleranz der Schnittfläche (Bereich 1–5). Im Beispiel „3“.

2. Ziffer

Bereich Rz5

Gemittelte Rautiefe der Schnittfläche (Bereich 1–4). Im Beispiel „4“.

3. Ziffer

Toleranzklasse

Grenzabmaße für Maße ohne Toleranzangabe – nur Klasse 1 (höherwertige Verfahren wie Laser) oder Klasse 2 (z. B. Autogen, Plasma). Im Beispiel „2“.

Die Grenzabmaße der Toleranzklassen gelten für Teile, deren Seitenverhältnis (Länge zu Breite) 4:1 nicht überschreitet – bei längeren Streifenschnitten sind die Toleranzen gesondert zwischen Kunde und Lieferant zu vereinbaren.

Normgrundlage

  • ISO 9013:2017 (DIN EN ISO 9013) – Thermisches Schneiden – Einteilung thermischer Schnitte – Geometrische Produktspezifikation und Qualitätstoleranzen
  • ISO 17658 – Schweißen – Unregelmäßigkeiten an Schnitten von thermisch geschnittenen Werkstücken
  • DIN 2310 – Thermisches Schneiden (zurückgezogene Vorgängernorm der ISO 9013 – Herkunft der Merkmale Nacheilung n und Anschmelzung r)
  • ISO 21920-2 – Angabe der Oberflächenbeschaffenheit in technischen Produktdokumentationen (Nachfolgenorm der ISO 1302, relevant für die Messung von Rz5)

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