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CAD-Datenformate erklärt: STEP, IGES, DXF und STL im Vergleich

Welches CAD-Format für welchen Zweck? STEP, IGES, DXF und STL einfach erklärt, mit Vergleichstabelle und Empfehlungen für Anfragen und Bestellungen in der Blechbearbeitung.

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Einleitung

Eine Anfrage kommt rein, angehängt sind eine PDF-Zeichnung, eine .igs-Datei und eine .stl. Welche davon taugt für das Angebot? Welche für die Laserprogrammierung? Und welche sollte man beim Kunden besser nachfordern?

Dieser Artikel ordnet die vier Formate ein, die in der Blechbearbeitung am häufigsten auftauchen: STEP, IGES, DXF und STL.

Die vier Formate auf einen Blick

FormatEndungInhaltTypischer Einsatz
STEP.step, .stpExaktes 3D-Modell, auch BaugruppenAustausch zwischen CAD-Systemen, Angebot, Fertigung
IGES.igs, .iges3D-Flächen und Kurven, oft ohne geschlossene KörperÄltere Systeme und Altdaten
DXF.dxf2D-Zeichnung aus Linien, Bögen und PolylinienSchneidkontur für Laser, Plasma und Wasserstrahl
STL.stl3D-Netz aus Dreiecken3D-Druck

STEP: der Standard für 3D-Modelle

STEP ist nach ISO 10303 genormt und das wichtigste herstellerunabhängige 3D-Format. Eine STEP-Datei enthält die exakte Geometrie: Eine Bohrung ist ein echter Zylinder mit Durchmesser, eine Kante ein echter Radius. Daraus lassen sich Blechdicke, Biegungen, Bohrungen und die Abwicklung zuverlässig ablesen.

Für Lohnfertiger ist STEP deshalb das beste Format für Anfragen. Wer eine STEP-Datei ansehen will, ohne ein CAD-Programm zu installieren, kann sie in unserem STP Viewer direkt im Browser öffnen.

IGES: der Vorgänger

IGES (Initial Graphics Exchange Specification) stammt aus den 1980er-Jahren und war lange das Standard-Austauschformat. Es wird seit Jahren nicht mehr weiterentwickelt.

Das Problem in der Praxis: IGES überträgt häufig nur einzelne Flächen statt geschlossener Körper. Beim Import entstehen dann Lücken, und das Modell lässt sich nicht als Blechteil erkennen oder abwickeln. Wenn Sie die Wahl haben, fordern Sie STEP statt IGES an.

DXF: die Sprache der Schneidmaschine

DXF (Drawing Exchange Format) wurde von Autodesk entwickelt und ist das gängige Format für 2D-Konturen. Laser, Plasma und Wasserstrahl arbeiten mit genau dieser Information: der Außenkontur und den Innenkonturen eines flachen Teils.

DXF hat aber Grenzen. Es enthält keine Blechdicke, kein Material und bei gebogenen Teilen nur die Abwicklung, nicht das fertige Bauteil. Ob ein Teil gekantet wird, sieht man nur, wenn Biegelinien eingezeichnet sind.

DXF-Dateien lassen sich im DXF-Viewer prüfen, Schnittlänge und Einstiche berechnet die DXF-Analyse. Wie aus einem 3D-Modell eine saubere DXF wird, erklärt der Artikel Blech-Abwicklung: vom 3D-Modell zur DXF.

STL: gut für den 3D-Druck, schlecht für Blech

STL beschreibt die Oberfläche eines Teils als Netz aus Dreiecken. Rundungen werden dabei durch viele kleine Flächen angenähert, Bohrungen sind keine echten Zylinder mehr.

Für den 3D-Druck ist das genau richtig. Für die Blechbearbeitung ist STL ungeeignet: Blechdicke, Biegeradien und Bohrungsdurchmesser lassen sich nur ungenau rekonstruieren. Wer eine STL für den Druck braucht, kann sie mit dem Konverter STEP in STL aus einer STEP-Datei erzeugen. Der umgekehrte Weg liefert keine sauberen Daten.

Und die nativen Formate?

Viele Kunden schicken die Originaldateien ihres CAD-Programms, etwa .sldprt aus SolidWorks oder .ipt aus Inventor. Diese Formate enthalten oft sogar mehr Informationen als STEP, zum Beispiel die Blechparameter. Sie lassen sich aber nur mit der passenden Software öffnen. Für den Austausch zwischen Firmen ist STEP deshalb meist die sicherere Wahl.

Welche Daten sollte eine Anfrage enthalten?

Für ein schnelles und belastbares Angebot reicht in der Regel:

  • STEP-Datei des Bauteils oder der Baugruppe
  • PDF-Zeichnung mit Toleranzen, Oberflächenangaben und Stückzahl
  • Material und Blechdicke, falls nicht im Modell hinterlegt

Eine DXF ist für flache Laserteile nützlich, bei Kantteilen ersetzt sie die STEP-Datei aber nicht. Toleranzangaben auf der Zeichnung richten sich meist nach ISO 2768 oder nach Passungen wie H7. Mehr dazu in ISO 2768 einfach erklärt.

STEP-Dateien automatisch auswerten

Bei nurb44 ist die STEP-Datei der Ausgangspunkt jedes Angebots. Die CAD-Analyse erkennt Blechdicke, Biegungen, Bohrungen und Schnittlänge automatisch, erzeugt die Abwicklung als DXF und berechnet den Preis. Probieren Sie es mit Ihrer eigenen Datei in der Sofort-Kalkulation.

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